Meisterwerke

Umbau an der Spitze und Stellenabbau


Bei den Meisterwerken ist aktuell viel in Bewegung, zum einen an der Firmenspitze: Ab dem 1. Juli 2023 führt Guido Schulte als geschäftsführender Gesellschafter das Familienunternehmen allein, unterstützt von einem gestärkten Geschäftsleitungs-Team. Dieses besteht in Zukunft aus Gregor Wallmeier (CFO), Dr. Jan Puttfarken (COO), Georg Kruse (CSCO) und Stefan Pföhler, der neben der Vertriebsleitung auch Marketing und Produktmanagement verantwortet. Der bisherige Marketingleiter Jörg Peterburs gehört als CSO ebenfalls der obersten Führungsebene an. Volker Kettler, bislang Leiter Produktmanagement, wird sich zukünftig in der neu geschaffenen Stabsstelle Forschung & Entwicklung um die Themenkomplexe Produktinnovation, Marken und Patente kümmern.

Aus der bisher dreiköpfigen Geschäftsführung sind Ende Juni sowohl Ludger Schindler (63) ausgeschieden, der die Meisterwerke nach
33 Jahren in verantwortlichen Positionen verlassen hat, als auch Seniorchef Johannes Schulte (82).

Zum anderen wurde die Belegschaft Mitte Juni über einen anstehenden Stellenabbau informiert. Nachfrage- und Absatzrückgänge konnten durch Kurzarbeit - im Schnitt 20 % seit November 2022 - nicht aufgefangen werden. "Wir müssen jetzt reagieren und unsere Strukturen auf das aktuelle Absatzniveau anpassen", so Guido Schulte gegenüber der Lokalpresse. Konkret sollen 80 Arbeitsplätze in Fertigung, Verwaltung und Vertrieb gestrichen werden, nachdem im Laufe der Kurzarbeit bereits über 50 Mitarbeiter neue Perspektiven gesucht hatten. Das ist der größte Abbau in der Firmengeschichte. Künftig soll die Belegschaft rund 560 Köpfe zählen. Auch für die Tochtergesellschaft Hain Naturböden in Rott am Inn werden keine Maßnahmen ausgeschlossen.

Der Umsatz des Herstellers war zuletzt, wenn auch preisbedingt, auf knapp 200 Mio. EUR gestiegen - fast 30 % mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Vom Renovierungsboom in der Pandemie habe man profitiert und seit Mitte 2020 die Kapazitäten entsprechend hochgefahren, sagte Guido Schulte. Bis vor wenigen Wochen sei man auch noch von einem besseren zweiten Halbjahr 2023 ausgegangen. Doch die Geschäftsaussichten hätten sich stark eingetrübt und ließen bis zum Jahresende keine Trendwende erkennen.

Hinsichtlich der weiteren Aussichten für die Meisterwerke äußerte sich Schulte zuversichtlich: "Wir haben viel Zukunftspotential und sind mit unserem Produktportfolio grundsätzlich sehr gut aufgestellt. Wir investieren weiter in Innovation. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir die Weichen mittelfristig wieder auf Wachstum stellen können, wenn der Markt wieder anzieht."
Umbau an der Spitze und Stellenabbau
Foto/Grafik: Meisterwerke
Johannes Schulte (82) ist Ende Juni aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
aus BTH Heimtex 07/23 (Wirtschaft)