Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz

Kleine Malerbetriebe klagen über sinkende Aufträge

Nach der Konjunkturumfrage des Bundesverbands Farbe, Gestaltung, Bautenschutz nahm der Auftragsvorlauf bei Betrieben mit bis zu vier Mitarbeitern um rund 25 % ab. Diese Gruppe ist vor allem im Sanierungsbereich aktiv, während größere Unternehmen sich stärker den Neubauprojekten widmen.

Die Inflation nagt an der Kaufkraft der Verbraucher und verschiedene Krisen wie der Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie das Gebäudeenergiegesetz verunsichern ihn. Das wirkt sich auch auf die Erwartungen an die Umsatz- und Ertragsentwicklung der Maler- und Lackierbetriebe aus. Sie fallen in der aktuellen Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz vom Frühjahr deutlich weniger positiv als in den Vorjahren aus. Grund dafür ist vor allem ein deutlicher Auftragsrückgang bei Privatkunden.

Während in den vergangenen zwei Jahren die Auftragsbücher der Branche gut gefüllt waren, verzeichnen insbesondere Kleinstbetriebe mit bis zu vier Beschäftigten einen abnehmenden Auftragsvorlauf von 25 %. Denn während Großbetriebe einen stärkeren Umsatzanteil mit Neubauprojekten generieren, sind kleine Maler- und Lackierbetriebe mit mehr als 86 % in Gebäudesanierungen tätig.

In diesem Bereich zeigen sich die Verbraucher aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie der drohenden Gefahr unbezahlbarer Investitionen in neue Gebäudetechnik extrem zurückhaltend, betont der Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, der die Konjunkturumfrage einmal im Jahr durchführt. Steigende Zinsen, hohe Inflationsraten und der Wegfall von geförderten Krediten für einzelne Sanierungsmaßnahmen erhöhten die finanziellen Risiken, die mit Sanierungen verbunden sind. Auch komplexe, langwierige Antragsprozesse für Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten von Sanierungsprojekten verstärkten weiterhin die wirtschaftliche Unsicherheit bei den Verbrauchern.

"Die Bundesregierung hat die Verbraucher so massiv verunsichert, dass Investitionen in Gebäudesanierungen wie Fassadendämmungen, zurückgehen. Unsere Maler- und Lackierbetriebe bekommen das heute schon zu spüren", sagt Verbands-Präsident Guido Müller. "Dabei sollte die absolute Grundvoraussetzung für den Einbau einer energieeffizienten Heizanlage ein energetisch saniertes Gebäude sein. Sonst geht zukünftig anstelle von fossil erzeugter eben klimafreundlichere Heizwärme über Außenwände und Dächer verloren. Das kann für eine erfolgreiche Energiewende nicht zielführend sein."

In einer effizienten Gebäudesanierung liegt nach Verbandsangaben das größte Einsparpotenzial. Über die Gebäudehülle (Außenwand, Dach) gehen je rund 30 % der Wärme verloren, gefolgt von alten Fenstern mit etwa 20 %. Deshalb sei die Sanierung der Anlagentechnik ökologisch und ökonomisch erst dann sinnvoll, wenn die Gebäudehülle energetisch optimiert und der Energiebedarf dadurch bereits maßgeblich und dauerhaft gesenkt wurde. Ohne die fast 40.000 Maler- und Lackierbetriebe in Deutschland mit ihrer Kompetenz in der Wärmedämmung sei eine "Wärmewende" nicht zu schaffen.

In der jährlichen Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz befragt das Markt- und Forschungsinstitut Forsa seit 2020 die organisierten Maler- und Lackierbetriebe aus Deutschland zu aktuellen Einschätzungen, Eckdaten und Trends rund um die wirtschaftliche Situation und zeichnet daraus ein Stimmungsbild der Branche. Der vollständige Konjunkturbericht kann über den Bundesverband Farbe bezogen werden.
Kleine Malerbetriebe klagen über sinkende Aufträge
Foto/Grafik: Bundesverband Farbe
"Die Bundesregierung hat die Verbraucher so massiv verunsichert, dass Investitionen in Gebäudesanierungen wie Fassadendämmungen zurückgehen."
Guido Müller,
Präsident des Bundesverbands Farbe,
Gestaltung,
Bautenschutz
aus BTH Heimtex 07/23 (Wirtschaft)