18. Branchentag GD Holz: Messe, Netzwerk-Plattform und Kongress

Zentraler Treffpunkt der Holzbranche

Zwar ist die Umsatztalfahrt im Holzhandel ausgebremst, aber "bestenfalls können wir von einer Bodenbildung auf niedrigem Niveau ausgehen", sagte GD Holz-Vorstandsvorsitzender Maximilian Habisreutinger anlässlich des 18. Branchentags Holz in Köln. Umso wichtiger sei es, zusammenzukommen, sich auszutauschen, neue Produkte und Dienstleistungen zu sondieren. Das nahmen gut 3.000 Besucher und 154 Aussteller der Hausmesse des GD Holz wahr.
| Vom Branchentag Holz berichtet Claudia Weidt

Im Prinzip können wir für den Branchentag Holz 2025 das Fazit der Vorveranstaltung im November 2023 wiederholen: Damals schrieben wir von einem "herausfordernden Umfeld, Bauflaute, hohen Baupreisen und hohen Zinsen, verhaltenen Erwartungen für die kurzfristige Entwicklung und durchaus guten langfristigen Perspektiven für den Werkstoff Holz und die Holzbranche". Die schwierigen Rahmenbedingungen haben sich leider (noch) nicht verbessert, auch wenn alle Welt darauf gehofft hatte, dass der Regierungswechsel den Bauturbo anwirft und generell politische Impulse setzt, die einen Weg aus dem nun schon einige Jahre anhaltenden Konjunkturtief bahnen.

Im Herbst 2025 sah sich der deutsche Holzhandel ergo unverändert mit einem sehr zurückhaltenden Markt konfrontiert, der von der Baukrise und Kostendruck geprägt ist. "Insbesondere die Entwicklung im Neubau bleibt seit Jahren weit hinter den Erwartungen zurück", konstatierte GD-Holz-Geschäftsführer Thomas Goebel auf der Pressekonferenz des Verbandes. "Die Bauwirtschaft insgesamt bewegt sich daher in schwierigem Fahrwasser." Zwar konnte der Holzhandel in den ersten neun Monaten 2025 dennoch den Umsatz um 2,5 % anheben, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau und hauptsächlich getrieben durch Preiserhöhungen. "Die Absatzmengen sind weiterhin unbefriedigend."

Parallel nimmt der Kostendruck zu. Logistik, Energie, Personal - alles wird teurer, geprägt von einer erheblichen inflationären Entwicklung. Zusätzlich drohen handelspolitische Risiken: Sanktionsbeschlüsse, mögliche Zölle und die Antidumpingverfahren gegen Importparkett und Sperrholz erschweren das Geschäft. GD Holz-Vorstandsmitglied Matthias Roeren mahnte dennoch eindringlich, nicht zu schwarz zu malen: "Es wird viel zu viel schlecht geredet." Viel wichtiger sei es, positive Signale nach außen zu tragen. "Wir haben gerade mit dem Werkstoff Holz zukunftsträchtige Sortimente, wir werden davon profitieren, wenn der Bau wieder anspringt, wenn auch etwas versetzt." Vor diesem Hintergrund warnte er vor Personalabbau aufgrund der gegenwärtigen Margenengpässe, denn: "Wir können nicht auf unsere Fachkräfte verzichten. Wir brauchen sie, wenn das Geschäft wieder richtig los geht."

Langfristiger Strukturwandel

Angesichts zunehmender Meldungen über Akquisitionen, Fusionen und Liquidationen scheint sich für den unbeteiligten Beobachter der Konzentrationsprozess im Holzhandel zu beschleunigen. Goebel verneint das, spricht vielmehr von einem langfristigen Strukturwandel, der bereits vor Jahren begonnen habe und belegt das mit einer stabilen Zahl an Standorten. "Nur die Eigentümer wechseln." Zur zahlenmäßigen Einordnung verweist Michael Thürmer in seiner Branchenanalyse auf den GD Holz-Geschäftsbericht 2024, der 800 Mitglieder mit einem Umsatz von 9,12 Mrd. EUR nennt. Das entspreche 60 % der Händler und 80 % der Umsätze der Branche. Hochgerechnet würden sich daraus insgesamt knapp 1.350 Händler mit einem Brutto-Umsatz von 11,4 Mrd. EUR ergeben.

Hersteller, Händler und Dienstleister auf Augenhöhe

Mit dem Branchentag Holz will der GD Holz als Standesorganisation des Holzhandels einen zentralen Treffpunkt bieten, den Austausch zwischen den verschiedenen Marktstufen fördern und eine Plattform für Neuheiten bereitstellen. "Die Veranstaltung ist ein Schaufenster unserer Branche", so Goebel, "ein Ort, an dem sich Hersteller, Händler und Dienstleister auf Augenhöhe begegnen". Es ginge darum, den Status Quo des Marktes zu evaluieren, zu beleuchten, welche Ideen die Industrie einbringt, was der Handel aufnehmen und wie dadurch wieder eine Vorwärtsbewegung in die Branche kommen kann. Dazu hatte der GD Holz ein dichtes Programm konzipiert, das über die traditionellen Highlights wie Woody Award und Azubi Competition verstärkt mit Vorträgen und Diskussionen angereichert wurde, Schwerpunkt "Neues Bauen". "Damit haben wir Messe und Netzwerken erfolgreich um einen Kongresscharakter erweitert", stellt Goebel fest.

Kern und Erfolgsgarant des Branchentags aber bleibt der persönliche Austausch, aus dem etwa Stefan Pföhler, Mitglied der Meisterwerke-Geschäftsleitung, "viele Erfahrungen, Anregungen und Feedback" mitnehmen konnte. "Hier trifft man die Entscheider, die man sonst nirgendwo trifft". Dr. Adrian Loinger, Leiter Vertrieb Handel und Architektenbetreuung Deutschland Egger Decorative Products, spricht von "zwei Tagen voller inspirierender Gespräche, wertvoller Kontakte und intensivem Networkung." Ein insgesamt positives Resümee zog auch Stefan Thalhofer, Kopf der gleichnamigen Gruppe, die zu den expansivsten und dynamischsten Formationen im deutschen Holzhandel gehört: "Unsere Branche lebt von der Begeisterung der Menschen für das, was sie tun. Man merkt deutlich, wie sich alle freuen, sich wiederzusehen und auszutauschen. Ich bin mit einem sehr guten Gefühl nach Hause gefahren." Gleichwohl merkte er konstruktive Kritik an: "Gleichzeitig sollte der Branchentag aber auch Denkanstöße für die aktuellen Zukunftsthemen der nächsten zwei Jahre geben und dafür einen passenden Rahmen schaffen. Genau das hat mir gefehlt - und dabei wäre das für unsere Branche so wichtig." Thalhofer wünscht sich, "dass die Verantwortlichen darüber nachdenken und zum nächsten Branchentag 2027 ein Format einrichten, dass sich bewusst mit diesen Themen beschäftigt und den Besuchern dadurch einen wichtigen zusätzlichen Mehrwert bietet".

Der nächste, dann 19. Branchentag Holz, findet übrigens vom 9. bis 10. November 2027 statt, wie gewohnt in Halle 8 der Koelnmesse.



Holzhandel Januar bis September 2025
Leichter Umsatzzuwachs, aber preisgetrieben
In den ersten drei Quartalen 2025 zogen die Umsätze im Holzhandel zwar im Schnitt um 2,5 % an, allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend und hauptsächlich getrieben durch Preiserhöhungen. Die Absatzmengen blieben weiterhin unbefriedigend. Auch schwächte sich das Geschäft nach einem vielversprechenden Jahresbeginn im weiteren Verlauf ab. Überdurchschnittlich zulegen konnten Gartenholz und Hobelwaren mit jeweils +6,5 %, sowie Schnittholz mit +4 %.

Schwer zu kämpfen hatte hingegen das Fußboden-Sortiment. Die Antidumping-Zölle auf chinesisches Importparkett sieht der Holzhandel nicht wie die europäischen Hersteller als Umsatzstimulus, sondern im Gegenteil als Umsatzbremse. Gerade Parkett leide, weil die Nachfrage sich auf andere Produkte verlagere und alternative, günstige Lieferquellen gesucht würden. Bei anderen Warengruppen lassen sich laut GD Holz-Vorstandsvorsitzendem Maximilian Habisreutinger "kleine Vorwärtsschritte" erkennen, sie seien aber noch entfernt von dem Niveau vor zwei Jahren.

Die Tendenz zum Jahresende wurde Mitte November eher als weiter abflachend eingeschätzt, so dass das Gesamtjahr pari oder bestenfalls mit einem kleinen Plus gegenüber 2024 enden dürfte. "Wir sind daher gespannt, wie sich der Markt 2026 entwickeln wird, beispielsweise, ob die Kommunen die Chance des "Bauturbos" nutzen und damit einem Impuls auslösen können." Laut dem monatlichen GD Holz-Betriebsvergleich rechnen 60 % der Befragten für 2026 mit stabilen bzw. stagnierenden Umsätzen, nur 20 % erwarten eine Besserung. Das zieht sich durch alle Holzhandelssegmente und Absatzkanäle hindurch.
aus Parkett Magazin 01/26 (Sortiment)