Großhandel steht bei ESG-Themen noch am Anfang

Zwar halten Großhändler die Implementierung von ESG (Environment Social Governance) für essentiell, um auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben zu können. Doch die Umsetzung steht noch am Anfang. Das geht aus dem neuen B2Best Barometer von ECC Köln und Creditreform hervor.

Demnach bewerten 60 % der befragten Großhändler und Hersteller ESG-Kriterien für wichtig - mit steigender Tendenz. Die Implementierung wird entsprechend bei acht von zehn B2B-Unternehmen angetrieben. Schließlich werden sie immer häufiger von Geschäftspartnern nach ihrer ESG-Aufstellung gefragt. Mehr als die Hälfte hat schon wegen einer fehlenden ESG-Auskunft Aufträge verloren. Dennoch sehen die Befragten in Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Steuerung/Führung) für ihr eigenes Unternehmen noch Verbesserungspotenziale.

Die größten Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit sind aus Sicht der Firmenlenker die Einsparung von Energie und Wasser, die Verwendung nachhaltiger Materialien sowie Recycling im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. Für die konkrete Entwicklung, Planung und Umsetzung von Maßnahmen gibt es außer der Geschäftsführung in einigen Unternehmen eine Nachhaltigkeitsabteilung (35%), ein Nachhaltigkeitsteam (33%) oder einen Nachhaltigkeitsmanager (33%). Bei der Formulierung langfristiger Ziele wird der Fokus insbesondere auf den Umweltaspekt (79%) gelegt, der damit Vorrang vor Social (69%) und Governance (67%) hat.

Die befragten B2B-Unternehmen sind sicher, dass nachhaltiges Handeln auch wirtschaftlich rentabel ist. Sie sind sich aber einig darin, dass Nachhaltigkeitsbemühungen zunächst höhere Kosten und Investitionen bedeuten. Die Mehrheit ist aber ebenso davon überzeugt, dass daraus langfristig mehr Erfolg resultiert. Zudem glauben 65 %, dass die Ausgaben durch die erzielten Gewinne kompensiert werden können. Voraussetzung ist aber für drei Viertel der Befragten, dass wirklich nachhaltig gehandelt und kein Greenwashing betrieben wird.

Die allgemeine wirtschaftlich Lage wird von den befragten Großhändlern und Herstellern nach einer Delle Ende 2022 mit 1,96 (auf einer Skala von 1=sehr gut bis 5=sehr schlecht) überwiegend positiv bewertet, trotz anhaltender Krisen. Für 83 % der B2B-Unternehmen hat das Thema Digitalisierung in diesem Quartal besonders hohe Priorität.
Großhandel steht bei ESG-Themen noch am Anfang
Foto/Grafik: Quelle: B2Best Barometer Vol. 10, ECC Köln
Nachhaltigkeit: Wachstumschance oder Bremse?
aus BTH Heimtex 07/23 (Handel)