Weniger Fertigstellungen in 2024

Die Bau-Bilanz 2024 ist ernüchternd: weniger Fertigstellungen im Wohn- und Nichtwohnbau, rückläufiger Bauüberhang, mehr erloschene Baugenehmigungen. Kleiner werden die Wohnungen auch.

Verglichen mit dem Vorjahr, meldet das Statistische Bundesamt für 2024 einen Rückgang bei den fertiggestellten Wohnungen um 14,4 % auf 251.900. Davon entfallen 215.900 (-16,1 %) auf den Neubau. Besonders ausgeprägt war das Minus bei Neubauwohnungen in Ein- (54.500, -22,1 %) und Zweifamilienhäusern (17.600, -26,2 %). Aber auch in der größten Gruppe, den Mehrfamilienhäusern (135.300, -13,4 %), ging die Anzahl zweistellig zurück. Die Menge der Fertigstellungen in bereits bestehenden Wohngebäuden blieb hingegen mit 30.300 konstant.

Die Krise im Wohnungsbau lässt sich auch an anderen Indikatoren ablesen. So verlängerte sich die durchschnittliche Abwicklungsdauer - die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung einer Neubauwohnung -, innerhalb der letzten vier Jahre von 20 auf 26 Monate. Gleichzeitig wurden 2024 mit 215.300 deutlich weniger Baugenehmigungen erteilt als Wohnungen fertiggestellt. Dadurch ging die als Bauüberhang bezeichnete Zahl bereits genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen im Vorjahresvergleich zum zweiten Mal in Folge zurück, und zwar um 67.000 auf 759.700. Davon befanden sich 330.000 Wohnungen bereits im Bau; 179.200 waren "unter Dach" beziehungsweise im Rohbau fertiggestellt. Der bisher höchste Bauüberhang war im Jahr 1995 mit 928.500 Wohnungen gemessen worden.

Der Rückgang des Bauüberhangs ist auch auf die hohe Zahl erloschener Baugenehmigungen zurückzuführen, bei denen in der Regel die mehrjährige Gültigkeitsdauer abgelaufen ist. 2024 betraf dies 29.000 Genehmigungen: der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber den beiden Vorjahren.

Auch die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden ist im Jahr 2024 merklich zurückgegangen, wobei der zentrale Indikator bei Fabriken und Lagerhallen, Büro- und Verwaltungsbauten oder landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden der umbaute Raum ist. Dieser verringerte sich 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 % auf 177,7 Mio. m3. Besonders stark war der Rückgang bei den Handels- und Warenlagergebäuden mit -20,3 % beziehungsweise -12,9 %.


Die Wohnungen werden kleiner
Eine Neubauwohnung - von der Einzimmerwohnung bis zum Einfamilienhaus - hatte im Jahr 2024 eine durchschnittliche Wohnfläche von 96,2m2. Die bisher größte Wohnfläche hat das Statistische Bundesamt 2007 mit 116,4 m2 gemessen. Seitdem nahm die durchschnittliche Wohnungsgröße tendenziell ab.


Aktuell leicht steigende Genehmigungen
Von Januar bis April 2025 wurden in Wohn- und Nichtwohngebäuden 4,3 % oder 2.500 mehr Neubauwohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 15,4 % auf 14.200; der positive Trend hält hier bereits seit Dezember 2024 an. Bei Wohnungen in Zweifamilienhäusern sank die Zahl in den ersten vier Monaten 2025 auf 4.000 (-9,7 %) Genehmigungen. Bei den Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, sind die Werte mit 38.600 (-0,1 %) Wohnungen nahezu konstant.
Weniger Fertigstellungen in 2024
Foto/Grafik: BTH Heimtex; Quelle: Statistisches Bundesamt
Aktuell leicht steigende Genehmigungen
aus BTH Heimtex 07/25 (Bau)