Silikonharzfarben bieten Premiumschutz für Fassaden
Silikonharzfarben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Premiumprodukt im Bereich der Fassadenbeschichtungen entwickelt. Sie gelten als bevorzugte Wahl, wenn langlebige Lösungen bei Fassadensanierungen und Neubauten gefragt sind.Silikonharzfarben sind ein Produkt aus der Kombination von mineralischer und organischer Bindemitteltechnologie, das Witterungsbeständigkeit, Diffusionsoffenheit und Schmutzunempfindlichkeit verbindet und damit eine langlebige Beschichtungslösung für Fassaden bietet. Sie basieren auf einem Hybridbindemittel, das Silikonharzemulsionen mit Reinacrylatdispersionen kombiniert. Dadurch entsteht eine mikroporöse Struktur, die den Untergrund vor Regen schützt und zugleich eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit gewährleistet. Die Farbschicht bleibt dauerhaft diffusionsoffen und wasserabweisend - ein physikalischer Spagat, den weder klassische Dispersions- noch rein mineralische Silikatfarben in dieser Form erreichen.
Bauphysikalisch überzeugen Silikonharzfarben in mehreren Punkten: Die Kombination aus geringer Wasseraufnahme, sehr guter Wasserdampf- und CO
2-durchlässigkeit - sie besitzen sehr niedrige sdWerte (typisch < 0,14 m) und zählen damit zu den diffusionsoffensten organisch gebundenen Fassadenfarben - sowie ausgeprägter Wasserabweisung macht sie zu einer der robustesten Lösungen für moderne Fassaden. Die hydrophobe Oberfläche verhindert, dass Niederschlag in den Putz eindringt und ihn durchfeuchtet. Außenwände können schneller trocknen, was auch das Risiko für mikrobiellen Bewuchs reduziert. Gleichzeitig zeigt die Oberfläche eine geringe Neigung zur Kreidung und behält auch über lange Zeiträume ihre Farbintensität.
Silikonharzfarben eignen sich für nahezu alle mineralischen Untergründe wie Kalk, Zement- oder Silikatputze, für Betonflächen und ganz besonders für Renovierungsanstriche von Altbauten mit unterschiedlichen Arten von Putzuntergründen. Auch Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) profitieren von der diffusionsoffenen, wasserabweisenden und feuchtigkeitsregulierenden Charakteristik, denn oberflächliches Tauwasser wird abgeführt und kann nicht in den Untergrund eindringen. Nahezu alle Hersteller haben jeweils auf Silikonharz basierende Produkte im Portfolio und loben diese gezielt für Sanierung und Neubau aus.
Anwenderfreundlich in der Praxis
Bei der Verarbeitung zeigen sich Silikonharzfarben ausgesprochen anwenderfreundlich. Sie lassen sich klassisch streichen, mit der Rolle oder per Airless-Gerät im Spritzverfahren auftragen, wobei Letzteres besonders bei großflächigen Objekten erhebliche Zeitvorteile bietet. Für eine gleichmäßige Struktur empfiehlt sich nach dem Spritzauftrag das Nachrollen. Vor der Beschichtung muss der Untergrund sauber, trocken und tragfähig sein; kreidende und stark saugende Untergründe sind mit einer geeigneten Grundierung vorzubereiten. Beim Thema Arbeitsschutz gelten die üblichen Standards: Handschuhe, Schutzbrille und beim Spritzen Atemschutz. Silikonharzfarben sind wasserbasierte Systeme und grundsätzlich emissionsarm.
Ein zunehmend wichtiger Aspekt - sowohl für Verarbeiter als auch für umweltbewusste Endkunden - ist die Frage nach Konservierungsmittel- und Biozidfreiheit. Traditionell enthalten viele Fassadenfarben Konservierungsmittel, die die Lagerstabilität verbessern und mikrobiellem Befall im Gebinde vorbeugen. Modern formulierte Silikonharzfarben kommen mit weniger klassischen Topfkonservierungsmitteln aus oder verzichten sogar ganz darauf.
Der Verzicht auf Biozide, die vor mikrobiellem Bewuchs des Anstrichfilms auf der Fassade schützen, entwickelt sich ebenfalls zu einem wichtigen Trend. Während biozidhaltige Fassadenbeschichtungen technisch wirksam sind, geraten sie aufgrund möglicher Auswaschung ins Grundwasser zunehmend in die Kritik. Hersteller reagieren darauf, indem sie biozidfreie Silikonharzsysteme anbieten, die ihre Schutzwirkung über physikalische Mechanismen - schnelle Trocknung, geringe Verschmutzungsneigung, wasserabweisende Oberfläche - erzielen. Dies entspricht dem übergeordneten Branchentrend hin zu emissionsarmen, nachhaltigeren Beschichtungen, den Marktstudien bestätigen, die eine steigende Nachfrage nach wasserbasierten und ökologisch optimierten Anstrichstoffen prognostizieren.
Tönbar in breitem Farbspektrum
Silikonharzfarben bieten ein breites Farbspektrum. Sie besitzen eine sehr gute Abtönbarkeit und lassen sich problemlos in Mischmaschinen abtönen. Dank ihrer UVStabilität bleiben Farbtöne langfristig erhalten, was sie für architektonisch repräsentative, anspruchsvolle Projekte prädestiniert. Lediglich bei sehr dunklen Tönen auf WDVS ist Vorsicht geboten, da dunkle Flächen den Untergrund stärker erwärmen können, was zu Schäden führen kann. Moderne Formulierungen berücksichtigen dies jedoch zunehmend, in dem Infrarotreflektierende Pigmente eingesetzt werden. Diese sorgen dafür, dass sich die Oberflächen nicht so stark aufheizen.
Mit Materialkosten von rund 2,50 bis 4,50 EUR/m
2 zählen Silikonharzfarben zu den höherpreisigen Fassadenbeschichtungen. Ihrem Preis steht jedoch eine Lebensdauer von zwölf bis 20 Jahren gegenüber, was sie insbesondere bei großformatigen Projekten wirtschaftlich attraktiv macht. Reinacrylat- oder Silikatfarben sind im Einkauf günstiger, erreichen jedoch häufig kürzere Renovierungsintervalle.
Drei zentrale Entwicklungen
Die Zukunft der Silikonharzfarben wird maßgeblich durch drei Entwicklungen geprägt: Erstens treibt die Branche den Übergang zu biozidfreien, konservierungsmittelarmen oder ganz konservierungsmittelfreien Produkten voran. Die hydrophoben, schnell trocknenden Eigenschaften der Silikonharztechnologie begünstigen diesen Trend. Zweitens nimmt die Nachfrage nach besonders langlebigen, wartungsarmen Fassadenlösungen zu, da sowohl private als auch institutionelle Bauherren steigende Lebenszykluskosten berücksichtigen. Drittens wird der Markt von regulatorischen Vorgaben und Nachhaltigkeitsmärkten beeinflusst. Studien wie der europäische Marktbericht von Ceresana zeigen, dass wasserbasierte, emissionsarme Beschichtungssysteme in der Bauwirtschaft künftig den größten Wachstumstreiber darstellen werden.
Silikonharzfarben stehen daher nicht nur für Premiumqualität in der Gegenwart, sondern werden auch in der Zukunft eine Schlüsselrolle spielen. Mit zunehmender Umweltregulierung, wachsender Nachfrage nach biozidfreien Lösungen und verstärktem Bewusstsein für nachhaltige Bausubstanzerhaltung dürfte der Anteil dieser Produkte am Fassadenfarbenmarkt weiter wachsen. Für Fachberater im Handel und Profis im Malerhandwerk bedeutet das: Silikonharzfarben bleiben ein wichtiges Beratungsthema - technisch überzeugend, wirtschaftlich solide und im Sinne der Nachhaltigkeit zukunftsfähig.
Matthias HeiligArgumente für Endverbraucher
-dauerhafter Schutz vor Witterung, Algen und Verschmutzung
-längere Renovierungsintervalle
-brillante, UV-stabile Farbtöne möglich
-saubere Fassaden durch hydrophobe Oberfläche
-geeignet für fast alle Untergründe, ideal bei Mischfassaden
-erhöht die Wertbeständigkeit von Immobilien
aus
BTH Heimtex 04/26
(Farben, Lacke)