BEB:

Ehemaliger Obmann des Arbeitskreises Kunstharz Ingo Niedner verstorben


Der langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises "Kunstharz" im Bundesverband Estrich und Belag (BEB), Dipl.-Chem. Ingo Niedner, ist am 18. Januar 2026 im Alter von 81 Jahren in Alzenau verstorben. Er war bundesweit bekannt als Experte für Bodenbeschichtung und als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger Mitglied im Arbeitskreis "Sachverständige" des Bundesverbandes. In der Fußbodenbranche war Ingo Niedner ein beliebter Referent bei Seminaren, Tagungen und Fachsymposien. Auf seine Initiative und federführende Bearbeitung hin gab der BEB sieben Arbeits- und Hinweisblätter zum Thema "Industrieböden aus Reaktionsharzen" heraus.

Nach der mittleren Reife in der DDR absolvierte Ingo Niedner eine Lehre als Chemielaborant im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld. Anschließend holte er über das Abitur den Zugang zum Studium nach und studierte Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Jahr 1969 schloss er das Studium als Diplom-Chemiker ab. Seine Diplomarbeit fertigte er am Institut für Technische Chemie an. Thema war die Reaktionskinetik bei der Copolymerisation von Vinylchlorid. Es folgten verantwortungsvolle Führungsaufgaben in der Industrie. Zunächst war er technischer Leiter der PVC-Fußbodenbelagsproduktion im VEB Chemische Werke Buna, Werk Ammendorf. Von 1978 bis 1980 arbeitete er als technischer Leiter beim VEB Holz Naumburg im Bereich Holz-, Keramik- und Kunststoffverarbeitung.

Im Jahr 1980 erfolgte die Ausreise aus der DDR. In der Bundesrepublik begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Boehringer Mannheim. Von 1985 bis 1990 war Ingo Niedner Leiter der Produktion und Technik bei Dunloplan in Hanau. Von 1990 bis 1995 übernahm er als technischer Direktor bei Ulfcar-Megerle in Nürnberg weitere Führungsverantwortung. 1996 gründete er ein eigenes Sachverständigenbüro in Alzenau in Bayern und wurde ein Jahr später von der IHK Aschaffenburg öffentlich bestellt und vereidigt als Sachverständiger für Kunstharztechnologie auf Fußböden. Diese Tätigkeit prägte sein Berufsleben bis ins höhere Alter.

Alzenau wurde für Ingo Niedner Heimat im besten Sinne: Er war fest in der Stadt und in der evangelischen Gemeinde verwurzelt und hat sich über viele Jahre mit großer Verlässlichkeit eingebracht. In der evangelischen Kirchengemeinde arbeitete er langjährig aktiv im Kirchenvorstand mit. Er leitete zudem ehrenamtlich die Sozialstation St. Paulus. Mit Weitblick und Tatkraft war der Verstorbene außerdem Gründungsvorsitzender des Hospizfördervereins in Alzenau und leistete dort wichtige Aufbauarbeit. Auch im Seniorenförderverein der Stadt Alzenau engagierte er sich kontinuierlich: Seit 1996 war Niedner Rotarier mit Leib und Seele. Kommunalpolitisch war er in der FDP aktiv.
Ehemaliger Obmann des Arbeitskreises Kunstharz Ingo Niedner verstorben
Foto/Grafik: Privat
Ingo Niedner
aus FussbodenTechnik 02/26 (Handwerk)